Juni 2017

 

Ich habe mich sehr bemüht an diesem Freitag pünktlich zu erscheinen, konnte es jedoch durch die schwierige Gestaltung der Kinderbetreuung nicht ganz verwirklichen. So setzte ich mich in die Runde, in der zu diesem Moment energisch diskutiert wurde. Joachim und Andrea waren in einem Gespräch vertieft, dessen Inhalt sich mir mit der Zeit langsam eröffnete aber nicht ganz klar wurde. Ich hatte Bedenken, ob ich mich bald in der Gruppe wieder finden könnte. Nach einiger Zeit, wurde ich dann von J. über das Thema des Gesprächs und auch über vorangegangen Themen aufgeklärt. Dadurch fasste ich schnell Fuß und konnte mich an den weiteren Gesprächen gut beteiligen.

 

Herr Kluge erzählte von seinem Familientreffen mit seinen Kindern, den Partnern und Enkelkindern. Er berichtete davon, dass er erkannte, wie sehr die Erziehung an seinen Töchtern durch ihn und seine Frau auf die nächste Generation, also seine Enkelkinder, übertragen wurde. Dies erschien ihm sehr positiv und er war sehr angetan, da das Familienleben anscheinend harmonisch verläuft. Die Weitergabe seines Erziehungsstiles an die nächste Generation fasste er als Bestätigung auf, dass sie „etwas“ richtig gemacht haben müssten. J. sprach nach dieser Anekdote einen sehr wichtigen Punkt an, der mir im meinem Studium immer wieder begegnete und mit dem mich zurzeit auch im Zusammenhang mit meiner Bachelorarbeit beschäftige. Die transgenerationale Weitergabe von Erziehung, Einstellungen und vor allem Traumata und deren Aufarbeitung begegnet Mitarbeitern im sozialen Feld sehr häufig. Aber auch in meinem privaten Leben frage ich mich häufig, welche Elemente ich aus meinem Elternhaus bewusst oder unbewusst in die Erziehung meiner Kinder mit einfließen lasse. Welche Elemente lasse ich weg? Wie werden meine Kinder ihre Kinder erziehen? Wie werden sie unser Familienleben rückblickend bewerten?

 

Bei dem heutigen Treffen lernten wir zum Schluss noch die Methode für eine kurze Reflektion eines Treffens kennen. Wir wurden animiert die „Blütenblätter“ des Treffens, aber auch die „Dornen“ zu benennen. Des Weiteren konnten wir anhand der grünen Blätter noch unsere Wünsche und weiterführende Gedanken äußern. Also ging es letztlich darum, was uns gut und weniger gut gefallen hat. Es wurde allerdings durch die Vorstellung einer Rose bildhaft gemacht und der Vergleich regte mich zu einer konkreteren verbalen Auseinandersetzung an, weshalb ich sehr davon angetan bin.